Ein Sommergespräch mit René Obermann: Was Deutschland jetzt ändern muss
August 14, 2026
AI Summary
5 min readEin Sommergespräch mit René Obermann: Was Deutschland jetzt ändern muss
René Obermann erinnert sich an eine Diskussion vor fast 20 Jahren, als er noch bei der Telekom war. Er vertrat damals die These, dass alle Kommunikationsfunktionen niemals in einem einzigen Gerät zusammenlaufen würden. Dann kam das iPhone. „Ich habe meine Vorstellung revidiert“, sagt er heute nüchtern. „Wir haben um das iPhone gekämpft und es dann gewonnen.“ Diese Episode steht für etwas Grundsätzliches in Obermanns Denken: die Fähigkeit, eigene Überzeugungen zu korrigieren, wenn die Realität sie überholt.
Die Mechanik der Disruption
Obermann hat technologische Disruption mehrfach erlebt. Als junger Unternehmer baute er in den 1990er Jahren ein Geschäft mit Anrufbeantwortern und Telefondiensten auf – und erlebte, wie TCP/IP die gesamte Telekommunikationsbranche auf den Kopf stellte. „Etablierte große Organisationen, die reich und erfolgreich geworden sind, tun sich wahnsinnig schwer, Disruption von außen zu umarmen“, sagt er. Das alte Geschäft bringe noch zu viel Geld, die Gewohnheiten seien zu tief verankert. Die größte Hürde sei der Kulturwandel.
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What you'll learn
- 1 Ein Sommergespräch mit René Obermann: Was Deutschland jetzt ändern muss
- 2 (01:07) **Intro: Deutschland ohne Weltklasse-Neugründung seit 1972** - Vorstellung von René Obermann, ehemaliger Telekom-CEO, künftiger SAP-Aufsichtsratschef und Airbus-Verwaltungsratsvorsitzender
- 3 (03:29) **Definition: Technologische Disruption am Beispiel TCP/IP** - Obermann beschreibt, wie die Einführung von Internet-Technologie in den späten 90ern vertikale Geschäftsmodelle der Telekommunikation radikal zerstörte
- 4 (05:36) **Ursache: Warum große Organisationen Disruption verpassen** - Obermann erklärt die strukturellen Hindernisse für Veränderung in etablierten Unternehmen
- 5 (06:48) **Fallbeispiel: Der iPhone-Kampf und eine revidierte These** - Obermann erzählt, wie er 2006 gegen die Konvergenz aller Technologien in einem Gerät argumentierte und sich nach dem iPhone korrigierte
- 6 (09:33) **Recovery: Wie Organisationen Disruption überleben** - Obermanns Rezept für strategische Weitsicht in Unternehmen
- 7 (11:59) **Warnsignal: Die Informationsflut und Strategien dagegen** - Obermann beschreibt die Überlastung durch zu viele zugeschnittene Informationen
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Show Notes
Hörtipp: Das Interview mit OpenAI-Chef Sam Altman bei Handelsblatt Today
René Obermann ist Verwaltungsratschef von Airbus, Chairman bei Warburg Pincus Europe und übernimmt ab 2027 den Aufsichtsratsvorsitz bei SAP. Im Gespräch mit Publizistin Miriam Meckel und Handelsblatt-Chefredakteur Sebastian Matthes spricht er über seine Biografie und darüber, wie Firmen den Wandel für sich nutzen, statt von ihm verdrängt zu werden.
Obermann äußert sich zudem zur wirtschaftlichen Lage Deutschlands. Er sieht das Land bei Batterietechnik, Software und Computing im Rückstand, warnt aber davor, die deutsche Industrie abzuschreiben. Zugleich kritisiert er eine „kurzfristige Politik“, die „Zuwendung vor Zumutung“ gestellt habe.
René Obermann spricht aber auch über Deutschlands Stärken – und darüber, wie das Land sie besser nutzen kann. Gerade in der Raumfahrt, der industriellen KI und der Forschung sieht er große Chancen. Warum der Staat aus seiner Sicht zu oft verwaltet und was Führung in Krisenzeiten für Obermann bedeutet, hören Sie in der aktuellen Folge.
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