Verliert Deutschland seine Poolposition im Autobau an China?
September 11, 2026
AI Summary
5 min readVolkswagen, noch vor drei Jahren der umsatzstärkste Autokonzern der Welt, hat Ende Juli einen Gewinnrückgang von fast 33 Prozent gemeldet – vor allem wegen des bislang wichtigsten Absatzmarkts China. Der Aufsichtsrat beschloss daraufhin einen Zukunftsplan bis 2030, der einen massiven Stellenabbau vorsieht: rund 50.000 Stellen, die Hälfte davon in Deutschland. Für die Werke in Emden, Zwickau und Neckarsulm werden alternative Verwendungen gesucht – in Klartext: Dort wird künftig weniger oder gar nicht mehr produziert. Für die beiden Handelsblatt-Ökonomen Bernd und Michael Hüter, Direktor des Instituts der Deutschen Wirtschaft, ist das ein Signal, das weit über VW hinausweist. Die Frage, die die Episode durchzieht: Verliert die deutsche Automobilindustrie ihre Spitzenposition an China?
Die chinesische Herausforderung: Volumen und Definition des Autos
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What you'll learn
- 1 (00:28) **Intro & Political Context** - Host Bernd and guest Michael Hüther (IW director) briefly discuss the Saxony-Anhalt state election results before pivoting to the main topic.
- 2 (06:14) **The VW Crisis as a Bellwether** - Bernd introduces the core thesis: Volkswagen, once the world's largest automaker, has become a restructuring case, raising the question of whether Germany is losing its pole position to China.
- 3 (08:35) **Scale of VW's Restructuring** - Hüther frames the VW board decision as a necessary "liberation strike," not just a negative signal, and details the numbers behind the pressure.
- 4 (10:03) **Chinese Market Share Gains in Europe** - Hüther presents data showing Chinese brands are rapidly penetrating the European volume market, though the premium segment remains intact.
- 5 (12:09) **Historical Perspective on National Auto Industries** - Hüther argues that Germany's position is still comparatively strong when viewed against the decline of other European auto nations.
- 6 (13:57) **The Redefinition of the Automobile** - Bernd argues that China has fundamentally redefined what a car is, giving it an insurmountable lead in a new paradigm.
- 7 (15:53) **The Innovator's Dilemma** - Hüther explains why Germany's very success in combustion engines made it slow to pivot to electric, a classic strategic trap.
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Guests on this episode
Show Notes
In dieser Folge von Economic Challenges diskutieren Handelsblatt-Chefökonom Bert Rürup und Michael Hüther, Direktor des Instituts der deutschen Wirtschaft, über die Zukunft des deutschen Automobilstandorts. Anlass ist der VW-Sanierungsplan bis 2030: Der Aufsichtsrat beschloss den Abbau von 50.000 Stellen, die Hälfte davon in Deutschland, sowie neue Nutzungskonzepte für die Werke Emden, Zwickau und Neckarsulm.
Rürup wertet das als Rückzug aus dem Kerngeschäft. Insgesamt sieht er die Risiken für die Branche größer als Hüther: „Die deutsche Automobilwirtschaft hat die E-Mobilität viel zu spät angegangen und hat eindeutige Rückstände“, sagt er. Chinesische Hersteller hätten das Auto zudem zum Entertainment-Produkt umdefiniert. Die unterbewertete chinesische Währung verschaffe ihnen einen zusätzlichen Preisvorteil.
Hüther verweist darauf, dass der Beschluss öffentlich eher als Befreiungsschlag aufgenommen werde – trotz der harten Folgen für die Beschäftigten. Er wertet ihn als Signal dafür, dass der Standort sanierungsfähig sei, zumal VW parallel 135 Milliarden Euro investieren will. Deutschland habe zudem nach China die zweiterfolgreichste Elektroauto-Produktion.
Einig sind sich beide: Chinesische Marken, deren Anteil an EU-Neuzulassungen seit 2021 von 0,6 auf 8,7 Prozent stieg, greifen bislang vor allem den Volumenmarkt an. Im Zentrum steht die Frage, ob Deutschland seine Poolposition dauerhaft verliert und sich künftig auf das Premium-Segment konzentrieren muss, während das Massengeschäft an China geht.
Moderiert von Bert Rürup und Michael Hüther
Produziert von Johannes Grote
Das exklusive Abo-Angebot für alle Hörerinnen und Hörer von Handelsblatt Economic Challenges: https://www.handelsblatt.com/global