Handelsblatt Economic Challenges - Podcast über Wirtschaft, Konjunktur, Geopolitik und Welthandel
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Exportmodell am Ende: Warum Deutschlands Wirtschaft keinen Strukturbruch verträgt

August 14, 2026

AI Summary

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"Die besten Jahre hat dieses Geschäftsmodell gesehen." Mit diesem Satz eröffnet Chefökonom Bert Rürup die Diagnose, die das Gespräch mit Michael Hüter, Direktor des Instituts der Deutschen Wirtschaft, prägt. Die deutsche Wirtschaft liege mit ihrer gesamten Leistung faktisch auf dem Niveau von 2019 – sechs Jahre ohne Wachstum. Das zarte Pflänzchen, das sich derzeit zeige, sei vor allem den Ausgaben der Sondervermögen geschuldet, keinem selbsttragenden Aufschwung. Die Industrieproduktion liege zehn Prozent unter dem Vorkrisenniveau, und eine Erholung sei nicht in Sicht.

Der Strukturbruch: Deglobalisierung trifft auf Demografie

Rürup argumentiert, dass die Probleme der deutschen Wirtschaft nicht transitorischer Natur seien, sondern einen echten Strukturbruch darstellten. Das alte Geschäftsmodell – exportgetriebenes Wachstum auf den Wellen der Globalisierung – sei am Ende. Die Welt habe sich fundamental verändert: Die USA umgeben sich mit hohen Zollmauern, China überflutet die Märkte mit subventionierten, technologisch hochwertigen Industriegütern, und der Welthandel selbst funktioniere nicht mehr wie früher. Die goldene Ära der Globalisierung von 1990 bis zur Finanzkrise sei vorbei. Hinzu komme ein massiver Alterungsschub, der die mittelfristigen Perspektiven des Landes zusätzlich belaste.

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What you'll learn

  • 1 (00:33) **These: Exportmodell am Ende** - Bert Rürup stellt die These auf, dass das exportgetriebene Geschäftsmodell Deutschlands seine besten Jahre hinter sich hat, gestützt auf sechs Jahre ohne Wirtschaftswachstum und einen Rückgang der Industrieproduktion um 10% gegenüber 2019.
  • 2 (03:03) **Gegenargument: Exportrekord im Juni** - Michael Hüter kontert mit aktuellen Daten: Der deutsche Warenexport erreichte im Juni 2024 einen Rekordwert von knapp 140 Milliarden Euro.
  • 3 (04:41) **Strukturelle Deglobalisierung vs. transitorisches Phänomen** - Rürup besteht darauf, dass der Exportrekund ein transitorisches Phänomen sei, getragen von staatlichen Sondervermögen, und die eigentliche Dynamik eine strukturelle Deglobalisierung sei.
  • 4 (06:05) **Schaden für den Standort, nicht für die Industrie** - Hüter führt eine zentrale Unterscheidung ein: Geschädigt sei weniger die deutsche Industrie als der Industriestandort Deutschland, da Unternehmen durch Standortverlagerungen kompensieren können.
  • 5 (08:55) **Die Rolle des Mittelstands und der Automobilindustrie** - Die Diskussion konzentriert sich auf die unterschiedliche Betroffenheit von Großunternehmen und Mittelstand sowie die Schwächen der deutschen Automobilindustrie.
  • 6 (12:57) **Europa als Handlungsraum: Fehlende Strategie der Bundesregierung** - Beide sind sich einig, dass die Bundesregierung keine strategische Perspektive für die Entwicklung der Europäischen Union hat, die als Antwort auf die Deglobalisierung dienen könnte.
  • 7 (17:24) **Der notwendige Paradigmenwechsel: Strukturbruch statt transitorische Krise** - Rürup fordert ein Umdenken in der Politik: Die aktuellen Probleme seien kein vorübergehendes Phänomen, sondern ein Strukturbruch, auf den die Regierung noch keine Antwort gefunden habe.

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Guests on this episode

Show Notes

Deutschland stagniert. Die gesamtwirtschaftliche Leistung liegt faktisch auf dem Niveau von 2019, das zarte Wachstum speist sich vor allem aus staatlichen Sondervermögen und der Verteidigungsfinanzierung.

Handelsblatt-Chefökonom Bert Rürup ist pessimistisch: „Das Geschäftsmodell der deutschen Wirtschaft hat seine besten Jahre gesehen.“ Michael Hüther, Präsident des Instituts der deutschen Wirtschaft, widerspricht kaum – stellt aber fest, dass die Wertschöpfung in der Industrie trotz sinkender Produktion stabil geblieben ist.

Die entscheidende Frage: Ist das ein vorübergehendes Phänomen oder ein dauerhafter Strukturbruch? Darüber sprechen Rürup und Hüther im Podcast.

Moderiert von Bert Rürup und Michael Hüther

Produziert von Leonard Dumke


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