Hendrik Holt – Windparkbetrüger auf der Flucht
September 20, 2026
AI Summary
5 min readAm 20. Juni 2020 schrieb ein Mann aus einer Gefängniszelle in Niedersachsen einen handschriftlichen Brief an die Handelsblatt-Redaktion. In säuberlicher Schrift beklagte er sich, der erste Artikel zu seiner Sache sei „ausschließlich negativ und einseitig“ gewesen, und auch das abgedruckte Bild fand er nicht gelungen. Der Absender war Hendrik Holt – sechs Jahre später ist der heute 36-Jährige als Windparkbetrüger und Hochstapler deutschlandweit bekannt, und seit dem 25. August 2025 ist er auf der Flucht. Er kehrte nicht von einem genehmigten Ausgang aus der Berliner Justizvollzugsanstalt Düppel zurück. Die Staatsanwaltschaft Osnabrück jagt ihn nun weltweit. Ein guter Zeitpunkt, um seine erstaunliche kriminelle Karriere noch einmal aufzurollen.
Vom „kleinen Prinzen“ zum Windpark-Investor
Hendrik Holt wurde 1990 in Haselünne im Emsland geboren, einer katholischen Region, in der jeder jeden kennt und der Name Holt mit einem erfolgreichen Familienunternehmen verbunden ist. Über seine Kindheit sagte er selbst: „Ich war der kleine Prinz. Ich wusste, mir kann nichts passieren.“ Sein Lebensweg stand früh fest: „den Weg des grandiosen Erfolges“ wollte er gehen, nicht den des Mittelmäßigen. Das Familienunternehmen war bodenständig gewachsen – vom Traktor mit zwei Anhängern 1949 über Straßenarbeiten und Kiesgruben bis zum bedeutenden Grundbesitz in den 1990er Jahren.
Continue reading the full summary in the app — free to try.
Read Full Summary →Free • No credit card required
Never miss an episode of Handelsblatt Crime - spannende Streitfälle der deutschen Wirtschaft
Get every new episode summarized in your inbox — free, ~5 minutes to read.
No spam. Unsubscribe anytime.
What you'll learn
- 1 (00:06) **Der Brief aus der Zelle** - Henrik Holt schreibt der Redaktion aus dem Gefängnis und beschwert sich über die Berichterstattung.
- 2 (02:24) **Rückblick: Wie die Recherche begann** - Lars erinnert sich an die gemeinsame Arbeit mit den Kollegen kurz nach Holts Festnahme.
- 3 (04:04) **Die Flucht aus dem offenen Vollzug** - Wie Holt trotz offener Haftstrafe untertauchen konnte.
- 4 (09:03) **Herkunft und Persönlichkeit** - Holt wuchs als "kleiner Prinz" in einer Unternehmerfamilie im Emsland auf.
- 5 (11:20) **Selbstvermarktung im Freigang** - Holt nutzte seinen Freigang für intensive Medienauftritte.
- 6 (14:42) **Die kriminelle Organisation** - Holt rekrutierte seine Familie und einen erfahrenen Finanzchef.
- 7 (16:00) **Das Geschäftsmodell: Frühphasen-Investor** - Die Holt-Gruppe gab vor, Windpark-Entwicklern in der Frühphase zu helfen.
+ Full timestamped outline available in the app
Show Notes
Hendrik Holt hat in jungen Jahren viel erlebt. Der 36-Jahre alte Nachwuchsunternehmer wollte mit der Familienfirma aus dem Emsland Windparks erschließen und kassierte dafür Millionen von europäischen Energiekonzernen.
Doch 2020 flog der großangelegte Schwindel auf. Holt und seine Familie hatten tausende Dokumente gefälscht und ganze Windparks erfunden. Die Polizei verhaftete Holt in seiner Suite im Nobelhotel Adlon und verhinderte in letzter Minute einen geplanten dreistelligen Millionen-Coup.
Das Landgericht Osnabrück verurteilte Holt als Betrüger und Hochstapler zu fast neun Jahren Haft. Auch andere Mitglieder seiner Familie mussten ins Gefängnis. Ursprünglich sollte der Betrüger für seine Taten bis Ende 2028 in Berlin im Gefängnis büßen, doch Ende August kehrte er von einem Freigang nicht in die JVA zurück.
Nun jagen ihn Zielfahnder der Polizei. Diese Folge Handelsblatt Crime geht der Frage nach, wie es so weit kommen konnte. Sie handelt von Aufstieg und Fall des Hendrik Holt und von den Motiven und möglichen Hintergründe seines Abtauchens.
Für das Handelsblatt hat Investigativ-Reporter Lars-Marten Nagel die Holt-Prozesse über die Jahre begleitet. Mit ihm spricht Host Solveig Gode auch darüber, wie es Holt selbst aus der Haft noch gelungen ist, deutschlandweit als Millionenbetrüger bekannt zu werden.
Mehr zu den Fällen können Sie hier lesen:
Moderation: Solveig Gode
Produktion: Christian Heinemann
Das exklusive Abo-Angebot für al
More from this podcast
Handelsblatt Crime - spannende Streitfälle der deutschen Wirtschaft →