Ost-West-Debatte: Wie der Westen ins Hintertreffen geriet
September 18, 2026
AI Summary
5 min readOst-West-Debatte: Wie der Westen ins Hintertreffen geriet
Matthias Wissmann war fünf einhalb Jahre Bundesverkehrsminister – länger als jeder andere in den letzten 40 Jahren. In den 1990er Jahren verantwortete er den Aufbau der Verkehrsinfrastruktur in Ostdeutschland, ein Projekt, das Helmut Kohl ihm gegen anfängliches Zögern übertrug. „Du musst es da hinbekommen“, habe Kohl gesagt. Heute, drei Jahrzehnte später, sieht Wissmann eine verblüffende Parallele: Der Westen hat einen ähnlichen Nachholbedarf wie damals der Osten – nur dass die politische Bereitschaft, die nötigen Mittel bereitzustellen, offenbar geringer ist.
Warum die Verkehrspolitik in den 90ern Priorität hatte
Wissmann beschreibt die Ausgangslage nach der Wiedervereinigung als dramatisch. Die Reichsbahn der DDR war noch nicht mit der Bundesbahn integriert – das gelang Anfang 1994. Beide Bahnen zusammen saßen auf 70 Milliarden D-Mark Schulden, umgerechnet 35 Milliarden Euro. Der Bundeshaushalt übernahm diese Schulden, damit die neue Bahn AG starten konnte. „Das Unerfreuliche ist, dass wir heute etwas mehr als 30 Jahre danach fast wieder so viele Schulden haben bei der Bahn wie damals“, sagt Wissmann.
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What you'll learn
- 1 (00:04) **Introduction & Guest Background** - Host introduces the episode and guest Matthias Wissmann, former German Federal Minister of Transport (1993-1998) and later President of the German Association of the Automotive Industry (VDA).
- 2 (02:15) **Personal Connection to Eastern States** - Wissmann discusses his personal and professional ties to Saxony-Anhalt, Berlin, and Mecklenburg-Western Pomerania.
- 3 (03:46) **The Challenges of the 1990s Transport Ministry** - Wissmann explains the monumental task of integrating East and West German railways and infrastructure.
- 4 (05:18) **Why Helmut Kohl Pushed Him into the Role** - Wissmann reveals his initial reluctance to leave the Research Ministry and how Chancellor Kohl convinced him.
- 5 (06:53) **The Dire State of Eastern Infrastructure** - Wissmann describes the physical decay of roads, rails, and stations in the East upon taking office.
- 6 (08:42) **Why the Transport Focus Was Lost After 1998** - Wissmann argues that the post-reunification investment boom should have been followed by a similar push in western Germany, but it wasn’t.
- 7 (11:22) **The West’s Neglect and the “Special Consciousness” Debate** - The host brings up the FAZ debate about eastern German “special consciousness” and whether western neglect justifies it.
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Show Notes
Der frühere Verkehrsminister Matthias Wissmann hat nach der Wiedervereinigung die Sanierung der maroden DDR-Infrastruktur vorangetrieben. Für Westdeutschland fehlten danach die Mittel.
Host: Corinna Budras
Mitarbeit: Kevin Gremmel, Quentin Pehlke
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