F.A.Z. Podcast für Deutschland
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F.A.Z.-Herausgeber Kaube: „AfD ist eine utopische Partei geworden“

September 11, 2026

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„Alles ist möglich, aber nichts kannst du ändern“

Der FAZ-Herausgeber Jürgen Kaube verbrachte den Wahlsonntag in Sachsen-Anhalt in Wittenberg – in der Schlosskirche, an deren Tür Martin Luther vor 500 Jahren seine Thesen angeschlagen haben soll. Die katholische und evangelische Kirche hatten ein Programm unter dem Titel „Gebete auf dem Weg zur Landtagswahl“ organisiert: morgens Gottesdienst, dann Andachten und Lesungen, abends ein Public Viewing der Wahlsendung. Kaube war neugierig, ob die Kirche in dieser Situation politisch Stellung beziehen würde – so wie er es aus seiner süddeutschen Kindheit kannte, wo der Pfarrer den Schäflein noch nahelegte, das Kreuz an der richtigen Stelle zu machen. Doch die Predigt knüpfte an eine Jesus-Geschichte an, die keinerlei politischen Bezug hatte. Die Superintendentin sprach zwar von einem besonderen Tag und erwähnte die Menschenwürde, aber das war es auch. Kaube fand das auffällig: „Da steht ja ein Protestantismus drin – Geist, von dem war eigentlich nicht viel zu merken.“ Die Kirche, so sein Eindruck, habe es schwer, ihren spezifisch christlichen Gehalt in der Moderne zu vermitteln, ohne entweder fanatisch oder bloß freundlich-allgemein zu wirken.

Die ruhige Erschöpfung der Verliererseite

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What you'll learn

  • 1 (00:04) **Opening & Scene Setting** - Host Sandra Klüber introduces the episode: F.A.Z. features editor Jürgen Kaube discusses the aftermath of the Saxony-Anhalt election and the rise of the AfD.
  • 2 (02:58) **The Church Service in Wittenberg** - Kaube explains why he chose to start election day in the Schlosskirche, where Luther nailed his theses.
  • 3 (07:21) **Church's Muted Political Voice** - Kaube contrasts the service with his memories of politically pointed sermons from his youth.
  • 4 (11:54) **The Church's Generic Message** - Kaube argues the church's statements on human dignity are not specifically Christian but are shared by all reasonable people.
  • 5 (18:46) **Election Night Reaction** - Kaube describes the atmosphere at the public viewing, which was surprisingly calm and subdued.
  • 6 (21:49) **AfD's Cultural Policy as a Battleground** - The AfD prioritizes cultural policy because it is one area where a state government can actually effect change.
  • 7 (25:52) **The AfD's Contradictory Culture War** - Kaube analyzes the AfD's attack on the Bauhaus as a key example of its strategy.

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Show Notes

F.A.Z. Podcast für Deutschland

Feuilleton-Herausgeber Jürgen Kaube spricht im Podcast über die Wahl in Sachsen-Anhalt, die schwierige Rolle der Kirchen und einen erbitterten Kulturkampf.

Am Wahlsonntag besucht Jürgen Kaube die Wittenberger Schlosskirche. Dort erlebt er einen bemerkenswert unaufgeregten Gottesdienst und später einen Wahlabend, der von Erschöpfung statt Empörung geprägt ist.

Im Gespräch geht es um die Frage, wie politisch Kirche sein darf, warum die AfD so gerne über Baustile streitet und wann politische Verachtung zum Problem wird.

Wir sprechen darüber, was eine mögliche Regierungsverantwortung der AfD verändern würde, über die aktuelle Verbotsdebatte und was eigentlich „patriotische Kunst“ sein soll.

Hosts: Sandra Klüber

Mitarbeit: Kathrin Jakob, Quentin Pehlke


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