Russlands Wirtschaft stottert: „Sitzt im Kreml noch ein 'Strongman'?“
May 9, 2026
AI Summary
5 min readAm 9. Mai, dem russischen Siegestag, fielen die Feierlichkeiten auf dem Roten Platz in Moskau in diesem Jahr bescheidener aus als sonst. Ukrainische Drohnen- und Raketenangriffe tief im russischen Hinterland verunsichern nicht nur die Bevölkerung, sondern auch Politik und Militär. Die Treffer auf die russische Ölinfrastruktur verschärfen ein ohnehin wachsendes Problem: Die russische Wirtschaft kommt ins Stottern. Selbst Wladimir Putin zeigt sich in öffentlichen Treffen mit hohen Regierungsbeamten zuletzt unzufrieden. „Er hat schon noch die Kontrolle, natürlich, und so, aber dieser Eindruck von Stärke, der lange ja Putins Hauptverkaufsargument immer war, der ist dahin“, sagt Friedrich Schmidt, Russland-Korrespondent der F.A.Z. Die Gründe für die wirtschaftliche Flaute sind vielschichtig – und die Folgen werden im ganzen Land spürbarer.
Die Wirtschaft nach der Invasion: Vom Boom zum Stillstand
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What you'll learn
- 1 Russlands Wirtschaft stottert: „Sitzt im Kreml noch ein ‚Strongman‘?“
- 2 (00:06) **Militärparade als Kulisse für wirtschaftliche Sorgen** - Der 9. Mai in Moskau fällt dieses Jahr bescheidener aus, während ukrainische Angriffe tief im Hinterland und Probleme der Ölindustrie die russische Wirtschaft ins Stottern bringen.
- 3 (01:30) **Druck auf Putin wächst, aber kein Zusammenbruch** - Die wirtschaftliche Stagnation und ein BIP-Rückgang Anfang 2026 sind besorgniserregend, doch Russland bleibt dank China, Iran und Indien weit von einem Kollaps entfernt.
- 4 (02:22) **„Freunde“ oder Nutznießer? Chinas und Indiens Kalkül** - Die Frage, ob China, Iran und Indien echte Verbündete sind oder Moskaus Schwäche ausbeuten, wird diskutiert.
- 5 (03:47) **Sanktionsumgehung hat ihren Preis** - Vasily Astrov erklärt, dass Importe über Drittländer rund 20 % teurer werden und Ölexporte nur mit deutlichem Preisabschlag nach Asien umgeleitet werden können.
- 6 (06:13) **Sekundärsanktionen als schärfstes Schwert** - Der größte Schmerz für Russland kommt nicht aus direkten Handelsbeschränkungen, sondern aus dem Druck des Westens auf Drittländer wie China, Indien und die Türkei.
- 7 (09:37) **Hohe Zinsen lähmen die Wirtschaft** - Der russische Leitzins liegt bei 14,5 % (zeitweise über 20 %), um die Inflation von offiziell knapp 6 % zu bekämpfen, was Investitionen unattraktiv macht.
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Show Notes
Der 9. Mai ist ein wichtiger Tag in Russland: Jedes Jahr begeht Moskau den Sieg über Nazideutschland mit einer spektakulären Militärparade auf dem Roten Platz. Zu sehen sind Raketen, Panzer und modernste Militärtechnik – eine Machtdemonstration.
Dieses Jahr fallen die Feierlichkeiten aber bescheidener aus. Man verzichte auf die Präsentation wegen der „operativen Lage“, so die offizielle Erklärung. Die ukrainischen Drohnen- und Raketenangriffe tief im russischen Hinterland verunsichern nicht nur die Bevölkerung, sondern auch Militär und Politik. Und die Treffer auf russische Ölinfrastruktur verschärfen ein ohnehin wachsendes Problem: Die russische Wirtschaft kommt ins Stottern, selbst Wladimir Putin persönlich zeigte sich in öffentlichen Treffen mit hohen Regierungsbeamten zuletzt unzufrieden.
Die Gründe für die wirtschaftliche Flaute sind vielschichtig, die Folgen werden im ganzen Land spürbarer und die Unzufriedenheit größer. „Noch hat Putin natürlich die Kontrolle. Aber dieser Eindruck von Stärke, der lange Putins Hauptverkaufsargument war, der ist dahin“, sagt der F.A.Z.-Korrespondent für Russland, Friedrich Schmidt.
In der Sendung hören wir außerdem von Vasily Astrov, Ökonom und Russland-Experte am WIIW, dem Wiener Institut für Internationale Wirtschaftsvergleiche. „Zum ersten Mal entsteht der Eindruck, dass die wirtschaftliche Stagnation und der Rückgang vom BIP in den ersten Monaten von 2026 auch aus der Sicht von Präsidenten Putin besorgniserregend sind“.
Der Druck steigt also, aber die russische Wirtschaft ist weit entfernt von einem Zusammenbruch – auch dank Freunden in Peking, Teheran und Delhi. Über die Situation in Russland und die möglichen Auswirkungen für den Krieg in der Ukraine sprechen wir in dieser Ausgabe unseres Auslandspodcasts F.A.Z. Machtprobe.
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Risse in Putins Stabilitätsversprechen
Die Alarmsignale für Russlands Wirtschaft mehren sich
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