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5 min readIn der Schweiz wird erwartet, dass man Dinge selbst in die Hand nimmt – und das kommt vielen Deutschen offenbar sehr entgegen. 2024 verließen netto 97.000 Deutsche mit deutschem Pass das Land, ein Allzeithoch seit Beginn der Statistik. Der durchschnittliche Auswanderer ist 35 Jahre alt, hoch qualifiziert und mitten im Berufsleben. Gleichzeitig kehren immer mehr Zuwanderer aus Osteuropa Deutschland den Rücken – der Saldo mit Polen, Bulgarien oder Rumänien ist erstmals negativ. Die F.A.Z.-Podcaster Johannes Pennekamp und Julia Löhr fragen, ob hier eine unterschätzte Krise brodelt.
Der Push: Warum das Gesamtpaket nicht mehr stimmt
Die Auslöser der aktuellen Debatte waren ein Post des Lobbyisten Thorsten Alsleben (Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft) und eine scharfe Reaktion von Ex-Gesundheitsminister Karl Lauterbach. Lauterbach nannte die Auswanderer „Leute, auf die wir verzichten können“ – und löste damit einen Sturm der Empörung aus. Die Motive der Wegziehenden sind laut Alsleben jedoch nicht monokausal: Es gehe nicht allein um Steuern oder den hohen Rentenbeitrag, sondern um das „Gesamtpaket“ aus Abgabenlast, maroder Infrastruktur, schlechtem Bildungssystem, Gesundheitsversorgung und einem sinkenden Sicherheitsgefühl. Die Ökonomen sprechen von einer rationalen Kosten-Nutzen-Abwägung. Die Forschung zeigt zudem einen bemerkenswerten Effekt: Im ersten Jahr im Ausland st
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What you'll learn
- 1 (00:04) **Podcast-Intro und Urlaubsanekdoten** - Die Hosts begrüßen die Hörer und leiten mit persönlichen Urlaubserlebnissen in das Thema Auswandern ein.
- 2 (02:57) **Auslöser der Debatte: Ein Post und eine Reaktion** - Die Diskussion wurde durch einen Social-Media-Post und die Reaktion von Karl Lauterbach entfacht.
- 3 (05:08) **These 1: Eine übersehene Krise** - Es gibt einen statistisch belegbaren Trend, dass mehr Deutsche auswandern.
- 4 (07:03) **Motive zum Auswandern: Das Gesamtpaket** - Die Entscheidung zu gehen ist selten monokausal, sondern basiert auf einer Abwägung vieler Faktoren.
- 5 (08:56) **Die zweite Krise: Zuwanderer kehren Deutschland den Rücken** - Nicht nur Deutsche wandern ab, auch zugewanderte Fachkräfte verlassen das Land zunehmend.
- 6 (11:46) **Politische Gegenmaßnahmen: Fachkräfteeinwanderung** - Die Politik hat verschiedene Programme aufgelegt, um mehr Arbeitskräfte anzulocken, jedoch mit begrenztem Erfolg.
- 7 (15:09) **Innere Immigration: Die Abwendung von der Gesellschaft** - Neben der physischen Auswanderung gibt es eine innere Kündigung vieler junger Menschen.
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Guests on this episode
Show Notes
Immer mehr Deutsche hegen Auswanderungspläne. Und die Osteuropäer kehren in ihre Heimat zurück. Die Politik lässt das bislang kalt. Das ist ein Fehler.
288.579 Deutsche sind im vergangenen Jahr aus Deutschland ausgewandert – so viele wie noch nie, seit das Statistische Bundesamt diese Statistik erhebt. Zwar ziehen auch Deutsche aus dem Ausland zurück, aber deutlich weniger. Es sind vor allem junge, gut ausgebildete Menschen, die Deutschland den Rücken kehren. Eigentlich müsste dieser Exodus die Alarmglocken in der Politik schrillen lassen. Doch in Berlin ist dazu wenig zu hören, im Gegenteil: Der frühere Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) schrieb auf der Plattform X: „Auf diese Leute können wir verzichten, falls es sie überhaupt gibt.“
Sehnsuchtsland Schweiz Die neue Lust am Auswandern ist eine der in der Politik am meisten unterschätzten Krisen. In der neuen Folge des Podcasts „Löhr & Pennekamp“ analysieren die Hosts Julia Löhr und Johannes Pennekamp die wichtigsten Zahlen aus den Statistiken. Wohin zieht es die auswanderungswilligen Deutschen? Und was versprechen sie sich von ihrem Wechsel? Und sie sprechen mit einer, die diesen Schritt gewagt hat und nach dem Studium in die Schweiz gegangen ist. Die Auswanderung der Deutschen ist aber nicht das einzige Problem. Viele Osteuropäer, die in den vergangenen Jahren nach Deutschland gekommen sind und hier Lücken auf dem Arbeitsmarkt gefüllt haben, gehen zurück in ihre Heimat. Nicht nur aus familiären Gründen, sondern auch, weil die wirtschaftliche Dynamik dort größer ist. Und dann ist da noch die innere Emigration, die dem Standort Deutschland schadet: Junge Menschen ziehen sich aus Vereinen zurück, machen Dienst nach Vorschrift und wählen radikale Parteien.
Hosts: Julia Löhr und Johannes Pennekamp
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