Eine Stunde History - Deutschlandfunk Nova
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476 n. Chr. - Der Zerfall Westroms und das Ende der Antike

August 28, 2026

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476 n. Chr. – Der Zerfall Westroms und das Ende der Antike

Odoaker ließ den Heermeister Orestes hinrichten, aber dessen Sohn Romulus Augustulus, den letzten weströmischen Kaiser, verschonte er. Statt selbst den Purpur anzulegen, schickte er Krone, Zepter und Umhang nach Konstantinopel – mit der Botschaft, dass es nur noch einen Kaiser brauche, und der solle von Ostrom aus regieren. Er selbst nannte sich fortan König von Italien. Das Jahr 476 gilt seither als das Datum, an dem das Weströmische Reich endete. Aber ob hier wirklich ein Reich unterging, ob damit die Antike endete und ob die berühmte „Völkerwanderung“ überhaupt stattfand – all das ist komplizierter, als die Schulbücher es nahelegen.

Der lange Niedergang – keine einfache Ursache

Der Untergang des Weströmischen Reiches war kein plötzliches Ereignis, sondern ein jahrzehntelanger Prozess. Der Althistoriker Alexander Demandt hat laut der Althistorikerin Elisabeth Herrmann-Otto 220 verschiedene Begründungen für den Niedergang zusammengetragen – gesammelt über 1600 Jahre Rezeptionsgeschichte. „Eine multifaktorielle Krise würde man heute sagen“, so Herrmann-Otto. Monokausale Erklärungen gebe es in der Geschichte nicht.

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What you'll learn

  • 1 Timestamped Outline
  • 2 (00:02) **Intro: Rom endet – aber was genau?** - Hosts Markus Dichmann and Matthias von Helmfeld set up the episode's core question: the "fall" of the Western Roman Empire in 476, while clarifying that only the western half collapsed.
  • 3 (02:48) **Why Rome couldn't defend itself** - Matthias outlines the multiple structural causes of the Western Empire's vulnerability before 476.
  • 4 (04:59) **Odoacer: Roman officer or barbarian conqueror?** - Matthias introduces Odoacer, the figure at the center of the 476 coup, and reframes the event as a military putsch rather than a barbarian invasion.
  • 5 (06:06) **Dramatization: Odoacer's takeover** - A fictionalized scene reenacts Odoacer's confrontation with Orestes and his mercy toward young Romulus.
  • 6 (09:37) **Constantinople's response: Odoacer recognized** - The dramatization continues with Emperor Zeno's reaction to Odoacer's offer of submission.
  • 7 (10:44) **Althistorian Elisabeth Herrmann-Otto on Rome's decline** - The expert explains the vast historiography of Rome's fall and the multi-causal nature of the crisis.

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Show Notes

476 gilt als Ende des Weströmischen Reichs. Doch Rom verschwand nicht an einem Tag: Odoaker, Theoderich und der Zerfall römischer Strukturen zeigen, wie unterschiedlich der Übergang von der Antike ins Mittelalter in Europa verlief.

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Ihr hört in dieser Folge "Eine Stunde History":

00:05:49 - Sandra Doedter schildert den Aufstand der Germanen unter Führung Odoakers

00:10:43 - Althistorikerin Elisabeth Herrmann-Otto beschreibt den Niedergang des Weströmischen Reichs

00:22:40 - Historiker Hans-Ulrich Wiemer spricht über die Biographie des Theoderich

00:35:35 - Historiker René Pfeilschifter erläutert die unterschiedlichen Auffassungen übers Ende der Antike

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Mehr zum Thema bei Deutschlandfunk Nova:

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Hinweis

  • In der Folge heißt es, die Vandalen eroberten die römische Provinz Africa im Jahr 430. Das ist nicht ganz präzise: Die Vandalen eroberten die Provinz zwischen 429 und 439.

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Den Artikel zum Stück findet ihr hier.

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In dieser Folge mit:

Moderator: Markus Dichmann

Gesprächspartner: Dr. Matthias von Hellfeld, Historiker und Deutschlandfunk-Nova-Geschichtsexperte

Gesprächspartnerin: Elisabeth Herrmann-Otto, emeritierte Professorin für Alte Geschichte an der Universität Trier

Gesprächspartner: Hans-Ulrich Wiemer, Inhaber des Lehrstuhls für Alte Geschichte an der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg

Gesprächspartner: Rene Pfeilschifter, Inhaber des Lehrstuhls für Alte Geschichte an der Julius-Maximilians-Universität Würzburg

Beitrag: Sandra Doedter, Deutschlandfunk-Nova-Reporterin

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Kontakt

E-Mail: [email protected]

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