4. bis 6. Jahrhundert - Die sogenannte Völkerwanderung
September 4, 2026
AI Summary
5 min readDie sogenannte Völkerwanderung: Was wirklich geschah, als Rom wankte
Der Begriff "Völkerwanderung" klingt nach großen Menschenmassen, die geschlossen durch Europa ziehen, um sich ein neues Zuhause zu suchen. Doch schon die erste Frage, die der Historiker Matthias von Helmfeld in dieser Episode aufwirft, macht das Konzept brüchig: "Was soll so ein Volk überhaupt sein?" Die Antwort ist ernüchternd. Sehr viele Fachleute, so von Helmfeld, benutzen den Begriff gar nicht mehr. Was stattdessen zwischen dem 4. und 6. Jahrhundert geschah, war etwas ganz anderes: eine komplexe, ungeplante Migrationsbewegung, die wenig mit homogenen Völkern und wenig mit einer zielgerichteten Wanderung zu tun hatte.
Heeresverbände, keine Völker
Die Vorstellung, dass geschlossene Volksgruppen wie die Vandalen, Goten oder Franken einfach durch Europa marschierten, hält der historischen Überprüfung nicht stand. Was sich tatsächlich bewegte, waren keine ethnisch einheitlichen Gemeinschaften, sondern militärische Verbände – "Heeresverbände mit einem zugegeben oft allerdings großen Tross", wie von Helmfeld erklärt. Diese Gruppen waren ethnisch gemischt, bestanden aus Söldnern und Kriegern, die sich auf dem Weg immer wieder neu zusammensetzten, teilten und mit anderen verbanden.
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What you'll learn
- 1 (00:05) **Der problematische Begriff "Volk"** - Der Moderator führt ein, dass der Begriff "Volk" einen bitteren Beigeschmack bekommen kann, besonders wenn er missbraucht wird und unklar ist, was er eigentlich meint.
- 2 (02:52) **Die sogenannte "Völkerwanderung": Keine Völker, keine Wanderung** - Die erste große Korrektur: Es waren keine homogenen Völker, die planvoll wanderten, sondern ethnisch gemischte Heeresverbände.
- 3 (05:52) **Der Auslöser: Der Einfall der Hunnen** - Der Einfall der Hunnen gegen Ende des 4. Jahrhunderts wird als wahrscheinlicher Auslöser der großen Migrationsbewegung in Zentraleuropa identifiziert.
- 4 (07:09) **Der Zug der Vandalen: Eine exemplarische Migration** - Eine Reportage zeichnet den Weg der Vandalen von der Ostsee bis nach Nordafrika nach, um die Dynamik einer solchen "Wanderung" zu veranschaulichen.
- 5 (11:58) **Die Hunnen als Ausgangspunkt? Ein Gespräch mit Michael Meyer** - Der Historiker Michael Meyer hinterfragt die Rolle der Hunnen als alleinigen Auslöser der Völkerwanderung.
- 6 (20:48) **Zufall oder Kette? Die komplexe Ursachenlage** - Die These, dass der Zerfall Westroms nicht allein durch äußeren Druck, sondern durch ein komplexes Geflecht aus inneren und äußeren Faktoren verursacht wurde.
- 7 (23:22) **Refresher: Der Fall Westroms** - Eine kurze Zusammenfassung der Gründe für das Scheitern des Weströmischen Reiches aus der Vorwoche.
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Show Notes
Auf Karten wird die sogenannte Völkerwanderung oft vereinfacht dargestellt. Es zogen keine ganzen Völker durch Europa, sondern wechselnde, gemischte Verbände. Von Mythen und Hunnen-Stereotypen und davon, wie die Migration am Ende der Antike verlief.
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Ihr hört in dieser Folge "Eine Stunde History":
6:43 - Deutschlandfunk Nova-Reporterin Christine Werner schildert den langen Zug der Vandalen
11:51 - Althistoriker Mischa Meier befasst sich mit den Hunnen
24:49 - Historiker Roland Steinacher erläutert Umgestaltung der römischen Welt im frühen mittelalterlichen Europa
39:18 - Historikerin Verena Epp erklärt die mittelalterliche Migrationsgeschichte in Europa
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Mehr zum Thema bei Deutschlandfunk Nova:
- 476 n. Chr.: Der Zerfall Westroms und das Ende der Antike
- 395 n. Chr.: Die Teilung des Römischen Reiches
- 313 n. Chr. - Kaiser Konstantin und der Aufstieg des Christentums
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Den Artikel zum Stück findet ihr hier.
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In dieser Folge mit:
Moderator: Markus Dichmann
Gesprächspartner: Dr. Matthias von Hellfeld, Historiker und Deutschlandfunk-Nova-Geschichtsexperte
Gesprächspartner: Mischa Meier, Althistoriker und Migrationsforscher, Uni Tübingen
Gesprächspartner: Roland Steinacher, Althistoriker, Uni Innsbruck
Gesprächspartnerin: Verena Epp, Historikerin, Mittelalterliche Geschichte, Uni Marburg
Beitrag: Christine Werner, Deutschlandfunk-Nova-Reporterin
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Kontakt
E-Mail: [email protected]
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