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Das Erbe der extremen Rechten: Völkischer Nationalismus von Weimar bis heute

September 3, 2026

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Das Erbe der extremen Rechten: Völkischer Nationalismus von Weimar bis heute

Es beginnt idyllisch: Am Müggelsee in Berlin-Friedrichshagen treffen sich um 1900 Dichter und Bohemiens, trinken, diskutieren und träumen von einem besseren Leben. Zwei Männer begegnen sich dort – der Anarchist Erich Mühsam und der exaltierte Arthur Möller van den Bruck, der mit Monokel und Gummimantel auffällt und die Zeche prellt. Mühsam beschreibt ihn später als „netten Kerl“ und „unbeschreiblich leichtsinnig“. Aus diesem leichtsinnigen Bohemien wird der Mann, der 1923 das Buch „Das Dritte Reich“ veröffentlicht – ein Werk, das Joseph Goebbels 1925 in seinem Tagebuch als prophetisch feiert. Möller van den Bruck nimmt sich 1925 das Leben. Erich Mühsam, der Anarchist, wird 1934 von der SA verhaftet und 16 Monate später im KZ ermordet. Die Wege der beiden Männer, die sich einst am Bierkrug trafen, könnten unterschiedlicher nicht enden.

Die Radikalisierung nach Versailles

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What you'll learn

  • 1 (00:00) **Bohemian Encounter at the Müggelsee** - Two young men, anarchist Erich Mühsam and dandy Arthur Möller van den Bruck, meet in the Friedrichshagen artist colony in 1902.
  • 2 (03:58) **Why Möller van den Bruck Matters Today** - The hosts frame the episode's thesis: studying Weimar-era thinkers helps decode the language of the contemporary far-right.
  • 3 (08:28) **The Trauma of Versailles** - The episode sets the historical stage with Germany's defeat in WWI and the punitive peace treaty.
  • 4 (13:04) **Möller's Radicalization and the June Club** - Möller emerges as a key networker in the anti-democratic right, founding the "June Club" in 1919.
  • 5 (16:33) **The "Young Conservative" Worldview** - This section clarifies what "Young Conservative" actually meant, which is very different from modern conservatism.
  • 6 (18:58) **Building a Propaganda Network** - Möller uses his experience in WWI propaganda to build a vast publishing network around the journal *Das Gewissen*.
  • 7 (20:19) **From Bohemian to Völkisch Theorist** - The episode traces Möller's personal journey from a debt-ridden artist to a leading racial theorist.

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Show Notes

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Die Neue Rechte bezieht sich auf Autoren der sogenannten Konservativen Revolution aus der Weimarer Zeit. Wir fragen in dieser Folge: Wie wird ihr völkisch-nationales Denken von rechtsextremen Schlüsselfiguren wie Götz Kubitschek oder Björn Höcke weitergetragen?

Einer der führenden Theoretiker des völkischen Nationalismus in den frühen 1920er-Jahren war Arthur Moeller van den Bruck. Um ihn geht es in dieser Folge des Geschichtspodcasts von Frankfurter Allgemeiner Zeitung und Konrad-Adenauer Stiftung.

Moeller van den Bruck bekämpfte die parlamentarische Demokratie der Weimarer Republik und verachtete den Liberalismus. 1923 schrieb er sein bekanntestes Buch Das dritte Reich, darin lud er den Begriff des „dritten Reiches“ politisch auf und machte ihn so für die Nationalsozialisten anschlussfähig.

Dennoch wurden Moeller van den Bruck und andere Autoren der sogenannten Konservativen Revolution nach 1945 als vermeintlich „sauberes“, vom Nationalsozialismus nicht kontaminiertes Erbe umgedeutet, auf das sich die Neue Rechte gerne bezieht. Es findet sich nichts im heutigen Sinn „Konservatives“ an den Autoren der nachträglich von Armin Mohler so bezeichneten Konservativen Revolution.

Diese Folge des Geschichtspodcasts zeichnet den Weg völkisch-nationalistischen Denkens nach: vom Kaiserreich über Weimar und Arthur Moeller van den Bruck bis zu Armin Mohler, Götz Kubitschek und heutigen Akteuren der AfD. Der Historiker Volker Weiß ordnet die Kontinuitäten ein und erklärt, was ein Begriff wie „Volk“ über das Denken der Neuen Rechten verrät.

Q&A-Fragen Wenn Sie generelle Fragen zur Folge haben oder Ihre Kritik anbringen möchten, schreiben Sie uns gerne an [email protected] oder kommentieren Sie bei Youtube oder Spotify. Außerdem interessiert uns: Hat Ihnen unser Sprung zurück in die Weimarer Zeit und zu Arthur Moeller van den Bruck geholfen, das Denken der extremen Rechte heute besser einordnen zu können? Die Fragen und Kommentare unserer Hörer besprechen wir kommenden Donnerstag in der Q&A-Folge – gemeinsam mit unserem Experten Volker Weiß. Einsendungen können gekürzt oder auszugsweise im Podcast verwendet werden.

Hosts Angelika Fey, Frankfurter Allgemeine Zeitung Stefan Stahlberg, Konrad-Adenauer-Stiftung

Gäste Volker Weiß, Historiker Justus Bender, stellvertretender Leiter des Politikressorts der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung

Literatur und Quellen Thomas Lorenz: „Die Weltgeschichte ist das Weltgericht“. Der Versailler Vertrag in Diskurs und Zeitgeist der Weimarer Republik, Marburg 2005. Erich Mühsam: Unpolitische Erinnerungen, Hamburg 2000. Uwe Puschner: Die völkische Bewegung im wilhelminischen Kaiserreich. Sprache – Rasse – Religion, Darmstadt: WBG, 2001. André Schlüter: Moeller van den Bruck. Leben und Werk, Berlin 2008. Volker Weiß: Moderne Antimoderne.

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